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Die Nidec Graessner Geschäftsleitung – Der Mensch im Mittelpunkt


gl graessner getriebe bauDie Geschäftsleitung
Dipl.-Ing. Michael Stadler MBA (li.)
Dipl.-Betriebswirt (FH) Thomas Merk (re.)
Michael Stadler – Seit vielen Jahren u.a. in der Stadler Antriebstechnik mit dem Thema "Getriebe" verbunden – lenkt seit 2009 die Geschicke des Unternehmens. 

Thomas Merk – Seit 2011 ergänzt der Betriebswirt die Geschäftsleitung im kaufmännischen Bereich.


Interview mit Michael Stadler (veröffentlicht im Mai 2019 in der Fachzeitschrift :K):
Positive Übernahme - Seit letztem Jahr gehört MS-Graessner zum japanischen Nidec-Konzern. Was das bedeutet und welche Vorteile sich aus dieser neuen Situation ergeben, erzählt der alte und neue Geschäftsführer. Das Gespräch führte Michael Kleine.

Herr Stadler, die Nachricht von der Übernahme von MS-Graessner durch Nidec kam für viele überraschend. Was hat dazu geführt?

Nidec hat die Intention zu wachsen, um letztendlich den Kunden mit seinen Robotergetrieben, koaxialen Planetengetrieben und Motoren etwas Gutes zu tun. Und das wollten wir mit unseren Winkeln auch schon immer. Aber für aufstrebende Bereiche wie Robotik und Automation möchte der Kunde alles aus einer Hand beziehen. Darum hat eine Annäherung der beiden Unternehmen stattgefunden, um mit dem gemeinsamen Portfolio weltweit mehr Erfolg zu haben.

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michael stadler ms graessner

Ist das denn eine richtige Übernahme?
Ich nenne das gerne eine positive Übernahme. Es kommt immer drauf an, dass eine klare Strategie dahintersteht. Und diese Strategie heißt: Nidec hat uns übernommen, aber wir bringen uns ein. Und nach einem dreiviertel Jahr würde ich sagen, unsere Mutter weiß, was sie an uns hat, denn wir besitzen sehr viel Know-how und Expertise auf unserem Gebiet. Japan passt zu uns mit seiner Präzision, Qualität und hohen Rechtsstaatlichkeit. Durch diese Klarheit ist die Situation ziemlich einfach.

Gibt es Veränderungen in der Struktur?
Eigentlich nicht. Die Geschäftsführung bleibt wie sie ist und sämtliche Gesellschaftsanteile wurden verkauft, auch wieder wegen der Klarheit. Meiner Ansicht nach gibt es nur Gewinner. Alle Beteiligten bekommen Know-how hinzu, nach einer bewegten Geschichte kehrt Ruhe in MS-Graessner ein und die finanztechnischen Dinge sind geregelt. Am Ende gewinnt vor allem der Kunde, weil wir ihm gesamte Systeme verkaufen können. Menschen, Märkte und sogar Maschinen sind mit dieser neuen Konstellation in einem sicheren Umfeld und wir können neue Dinge generieren, das ist die Idee.

Für uns ist wichtig, dass wir ein stabiles Umfeld haben, dass alle Stakeholder von dieser Übernahme partizipieren. Stand heute bin ich immer noch sehr optimistisch, die Signale sind weiterhin sehr positiv. Nidec nimmt die Sache sehr ernst und hat hier bereits eine Million Euro investiert. Im Management hat sich nichts geändert – wir bekommen nur mehr Produkte, die wir unseren Kunden offerieren können.

Vor Kurzem sind auch die Kollegen von Control Techniques in den Nidec-Konzern gewandert …
Das macht auch Sinn, denn Control Techniques entwickelt Servo-Antriebe, die wir mit unseren Winkelgetrieben verheiraten können. Wir haben letztendlich die Hoffnung, über drei Säulen zu wachsen: Erstens können wir im Nidec-Konzern partizipieren, zweitens geben uns die zusätzlichen Produkte neue Möglichkeiten und drittens finden wir neue Märkte in Asien oder den USA.

Wie ist es mit Überschneidungen der Sortimente?
Die fallen eher gering aus. Es ist sogar so, dass sich mehr Möglichkeiten ergeben. Und wenn wir mal eine antriebstechnische Lösung wie Motor, Ritzel oder Zahnstange benötigen, können wir uns aus dem Nidec-Konzern bedienen. Ein Beispiel ist unsere Getriebereihe »EvoGear«, die wir noch weiter ausbauen und ergänzen können, zum Beispiel mit einem schrägverzahnten Planetengetriebe von Nidec-Shimpo als Endstufe. Die sich ergebende Kombination ist dann wesentlich besser in der Performance. Gemeinsam bedienen wir sehr viele Geschäftsfelder.

Mit unseren Winkelgetrieben sind wir stark in Automation und Robotik. Mit dem Planetengetriebe von Shimpo sind wir stark in Automation und Robotik. Und gleichzeitig hat Nidec ein spezielles Wellgetriebe für Scara-, Delta- oder Knickarmroboter im Angebot. So können wir fast alle Applikationen in der Robotik und Automation bedienen. Und das ist ein Markt, der in den nächsten Jahren extrem wachsen wird.

Werden auch Produkte aus Ihrer Fertigung abgezogen?
Nein. Nidec hat zwar auch Winkelgetriebe im Portfolio, aber die sind eher nicht so leistungsfähig wie unsere hochübersetzten Hypoid-Getriebe. Der Automationsmarkt schreit nach solchen Hightech-Lösungen, aber gleichzeitig gibt es auch viele Anwendungen, wo eher die Kosten eine Rolle spielen und hohe Qualität nicht so wichtig ist. Auf diese Weise können wir alle Seiten versorgen.

Nidec Graessner hat schon früh auf Industrie 4.0, Digitalisierung und Dezentralisierung gesetzt. Bleibt diese Marschrichtung in der neuen Konstellation bestehen?
Ja, auf jeden Fall. Die Übernahme ist für uns auch günstig, weil in der neuen Ära der Bedarf an Servo-Antrieben mehr und mehr zunehmen wird und diese dadurch einen Boom erleben. Hier können wir mit unseren Winkelgetrieben auf mehr Märkten partizipieren und unseren Kunden Planeten- und Robotergetriebe anbieten. Durch die Vereinigung der Kompetenzen auf beiden Seiten werden die Wege viel kürzer und wir können gemeinsam als Systemanbieter auftreten und dem Anwender viel Aufwand ersparen. Auf diese Weise können wir uns auch Neukunden viel leichter erschließen.

Was ist denn bei Ihnen der neueste Stand in Sachen Digitalisierung? Worüber machen Sie sich Gedanken?
Nidec-Shimpo hat das S-Cart vorgestellt, ein selbstfahrendes System, das digitalisiert gesteuert von A nach B fahren kann. In Japan und China sind verschiedene Werke schon ausgerüstet und das S-Cart wird dort auch immer mehr verkauft. Digitalisierung und Automatisierung spielen dabei eine große Rolle und dazu implementieren wir Sensoren in unsere Antriebe. Wir stellen diese zwar nicht selbst her, aber dadurch, dass Control Techniques Regelungen entwickelt, sind wir auch steuerungsmäßig gut unterwegs.

Und welche Produkte stehen derzeit im Vordergrund?
Einmal natürlich unser EvoGear, eine wirtschaftliche Variante des DynaGear. »Evo« wegen »Effizient – Vielseitig – Optimiert«. Einstufig können wir Übersetzungen bis 15 : 1 fahren und zweistufig mit dem Nidec-Shimpo-Planet als Endstufe 100 : 1 beziehungsweise 150 : 1. Die Fertigung wurde optimiert und produktiver, wir können noch besser montieren als in der Vergangenheit, und wir haben auch bestimmte Radsätze weiter optimiert. Insgesamt ist das EvoGear ein sehr gutes Getriebe und davon erhoffen wir uns steigende Marktanteile, im Besonderen in Asien und Amerika.
Zudem entwickeln wir quaderförmige Getriebe für Portalroboter, mit vielen Zahnstangenritzeln und Winkelgetrieben von uns sowie Planetengetriebe von Nidec-Shimpo. Wir sind damit auch in den Fahrachsen von Robotern vertreten, und diese werden immer kleiner. Achsbewegungen in Service-Roboter mit einem bis 30 Kilogramm Gewicht wollen wir mit unserem Flexwave realisieren, im Bereich von 30 bis 200 Kilogramm werden wir unsere Coronex-Getriebe einsetzen. In dieser wirklich neuen Technologie sehen wir ein sehr hohes Potenzial.

Bleibt die Entwicklung hier im Haus?
Dank 60 Jahren Erfahrung mit Winkelgetrieben kann das keiner besser machen als wir. Nidec wird sich da nicht einmischen. Auch haben wir schon die anderen Werke unserer neuen Mutter besucht und uns mit den Menschen vor Ort intensiv ausgetauscht. Es gibt Kooperationen und wir helfen uns gegenseitig. Wir haben regelmäßig japanische Kollegen als Verbindungsleute hier bei uns in Dettenhausen. Bei den schrägverzahnten Getrieben ergänzt sich das Know-how, das haben wir speziell beim EvoGear erfahren. Als ein großes Highlight sind wir jetzt endlich im sehr großen und lukrativen Planetengetriebemarkt aktiv, dafür war Graessner vorher nicht so bekannt. Und die Produkte von Nidec sind wirklich hochwertig, sehr robust und steif, sie sind hoch übersetzt und bieten eine enge Lagerung. Das ist wirklich eine gute Sache.

Sie sagen, dass Ihre Strategie für die nächsten fünf Jahre völlig klar ist. Was heißt das konkret?
Die Strategie bestimmt letztendlich der Kunde. Wir müssen aber wissen, wohin dessen Applikationen gehen. Und da haben wir, wie schon erwähnt, ganz eindeutig die Automation und Robotik im Blick. Hier wird es durch künstliche Intelligenz einen weiteren Schub geben. Auf diesem sehr spannenden neuen Gebiet sehen wir uns mit unseren Winkelgetrieben und dezentralen Servos langfristig im Vorteil gegenüber Torque-Motoren.
Insgesamt bewerte ich unsere Ausgangslage positiv: Leistungsfähige Produkte sind vorhanden, die Innovationen sind vorhanden, Märkte und Kunden auch – das Einzige, was wir jetzt im Prinzip noch machen müssen, ist verkaufen. Dazu werden wir neben dem Werk in Dettenhausen auch die Kapazitäten in unserer Halle in Mittelstadt sukzessive weiter ausbauen.

 


 

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